Dörthe Schuchardt: Nachfolge heißt Veränderung
Shownotes
In der 16. Folge des Hills & Valleys Leadership-Podcasts spricht Thomas Kilian mit Dörthe Schuchardt: Geschäftsführerin, Tochter, Ehefrau, Mutter und Teilnehmerin des Hills & Valleys Trainings 2023/2024.
Dörthe führt den Pflegedienst Hessen-Süd in Darmstadt neben ihrem Vater Norbert Janssen, der das Unternehmen Mitte der Neunzigerjahre aufgebaut hat. 2013 ist sie als studierte Wirtschaftsrechtlerin ins Unternehmen eingestiegen, 2015 kam die Prokura, seit 2019 trägt sie offiziell Mitverantwortung in der Geschäftsführung. Klingt nach einem geordneten Plan.
Was nicht im Organigramm steht: die zehn Jahre dazwischen, in denen Dörthe innerlich gerungen hat. Mit dem Klassiker "Tochter vom Chef", mit ihrer Rolle als Fachfremde in der Pflegebranche, mit der Frage, ob sie das eigentlich aus eigenem Willen tut oder weil eine Tochter so etwas eben macht. Erst durch das Hills & Valleys Training, mit Unternehmensnachfolge als Praxisprojekt, fand sie ihren "inneren Status".
Zehn Jahre Tochter vom Chef
Dörthe redet im Interview offen über die unbequemen Wahrheiten einer Familiennachfolge:
– Warum sie zehn Jahre brauchte, bis sie sich selbst die Berechtigung gegeben hat, im eigenen Unternehmen Klartext zu reden, und was das Training daran verändert hat. – Wie Hills & Valleys ihren "inneren Status" verschoben hat: weniger Beweisdruck, mehr Klarheit, eine eigene Stimme in einem fachfremden Umfeld. – Warum ihr Vater Norbert das Rauswachsen schwerer fand als sie das Reinwachsen, und an welcher Urlaubs-Anekdote sie gemerkt hat, dass das Loslassen wirklich gelungen ist. – Wie sie die Change-Kurve aus dem Training heute nutzt, um Widerstand im Team nicht mehr als Problem, sondern als ersten Schritt der Veränderung zu lesen.
Wer reinwächst, muss auch lernen loszulassen
Eine Übernahme im Familienunternehmen ist nicht nur ein Wechsel im Handelsregister. Es ist ein Beziehungsprozess, in dem zwei Generationen ihre jeweils eigene Veränderung schaffen müssen, beide unabhängig voneinander und doch verknüpft. Dörthe spricht über die konträre Persönlichkeitsstruktur zwischen ihr und ihrem Vater, über das Lernen, mit dem Tempo des jeweils anderen umzugehen, und über die Erkenntnis, die heute ihr wichtigstes Anliegen an andere Nachfolgerinnen und Nachfolger ist: Hol Dir professionelle Begleitung, je früher, desto besser. Im Familienkontext sitzt die Beziehungsebene immer mit am Tisch, und sich selbst so wichtig zu nehmen, dass man Unterstützung von außen einfordert, ist kein Schwächezeichen, sondern eine Führungsentscheidung.
Wenn Du selbst gerade vor einer Übernahme stehst, ob im Familienbetrieb, in einer Gemeindeleitung oder in einer Rolle, die jemand anderes lange geprägt hat, dann ist diese Folge genau die richtige Begleitung. Eine offene Stunde über das, was zwischen Plan und Wirklichkeit liegt: die innere Veränderung.
Mehr zum Hills & Valleys Leadership-Training: https://www.hills-valleys.de/
Transkript anzeigen
00:00:08: Das ist vielleicht so der größte Überraschungsmoment für mich gewesen, zu sagen hey mit welcher Klarheit man einfach Dinge auch aussprechen kann und sich selber sicher sein kann.
00:00:17: Das hat mir dann auch viel geholfen in meiner Führungsrolle im Pflegedienst zu sagen ne ich weiß wovon ich rede.
00:00:24: also ich habe die Kompetenz ja ich hab einen guten inneren Status entwickeln können durch Hills and Wellies und bin mir meiner sicher geworden dadurch.
00:00:39: Und damit ganz herzlich willkommen zum Hills & Wellies Leadership Podcast!
00:00:43: Dein Gastgeber ist Thomas Kilian, Teil des Gründungsteams und bei Hills&Wellies verantwortlich für Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit.
00:00:50: In diesem Podcast stellt Thomas spannende Führungspersönlichkeiten aus der christlichen Szene vor – und fragt sie nach ihren Erfahrungen als Leiterinnen.
00:01:02: Herzlich Willkommen zur sechzehnten Folge des Hilsen-Vellys Leadership Podcast.
00:01:06: Mein heutiger Gast ist Dörthe Schuchardt und unsere Geschichte reicht ziemlich weit zurück!
00:01:11: Wir haben uns vor über vormundzwanzig Jahren in Darmstadt kennengelernt, damals noch über ihren Mann Christian den manche von euch vielleicht aus Folge zwölf noch im Ohr haben.
00:01:19: Daraus ist eine lange Freundschaft geworden und zwei tausenddreinzwanzich vierundzwannzig hat Dörte im Team Gelb dann selbst am Hilssen Vellies Training teilgenommen.
00:01:28: Dörte lebt in ihrer Familie nach wie vor in Darmstadt, ist Mutter von zwei Teenagern und führt beruflich den Pflegedienst Hessen Süd als Geschäftsführerin.
00:01:36: Ein Familienunternehmen das ihr Vater Norbert Janssen Mitte der neunziger Jahre aufgebaut hat.
00:01:41: Dörthe ist im Jahr zehntausend dreizehn ins Unternehmen eingestiegen, hat zweitausendfünfzehn Prokure erhalten und ist seit zweitauzentneunzehn als Geschäftshörerin dabei.
00:01:51: Wenn sie nicht arbeitet, ist sie gerne unterwegs und entdeckt neue Orte.
00:01:55: Der Innenmarkt steht dabei jedes Jahr fest auf ihrem Plan.
00:01:58: Heute geht's im Schwerpunkt genau um dieses Thema Unternehmensnachfolge, mit dem sich Dörte richtig intensiv beschäftigt hat – denn es war auch ihr Praxisprojekt bei Hilfs & Wellys.
00:02:07: Was bedeutet das ein Familienbetrieb zu übernehmen?
00:02:10: Als Tochter als Frau in eine Führungsrolle hineinzuwachsen Ein Lebenswerk weiterzutragen mit allem, was dieser Übergang an Veränderung mit sich bringt.
00:02:18: Dazu wollen wir heute miteinander ins Gespräch kommen und damit liebe Dörte ganz herzlich willkommen zum Interview!
00:02:24: Lass uns direkt einsteigen mit der ersten Frage – wie bist du heute in den Tag gestartet?
00:02:29: Hallo Thomas, vielen Dank für die Einladung.
00:02:31: Wie bin ich heute in dem Tag gestartet?
00:02:33: Ganz gemütlich tatsächlich vor dem Wecker klingeln.
00:02:36: das finde ich immer ganz toll wenn nicht so aus dem Schlaf gerissen werde Und dann hatte ich ein bisschen Zeit für mich noch, habe meine morgendliche stille Zeit genossen im Moment auf meiner Terrasse.
00:02:50: Weil ich ja aufgrund der Temperaturen die gerade draußen herrschen das sehr genieße nochmal morgens draußen sein zu können.
00:02:58: und dann hab' ich mit Christian gefrühstückt zusammen und dann sind wir beide zur Arbeit gefahren.
00:03:03: Ist das so deine typische Morgenroutine, dass ihr in Ruhe Zeit habt?
00:03:06: Dass wir gemeinsam früh schicken können und noch Zeit auf der Terrasse bleibt.
00:03:09: Es kommt darauf an wie der Tag startet wann der Tag started.
00:03:12: aber dadurch dass wir jetzt also unsere Kinder sind fast groß nicht mehr Teenager Alter sondern ja der eine ist schon ausgezogen die andere hat jetzt gerade im Abi Stress.
00:03:23: Wir haben Zeit für uns Und das genießen wir dann tatsächlich auch gemeinsam den tag zu starten.
00:03:28: Gibt es so irgendwie Routinen oder kleine Gewohnheiten, die du so bewusst eingebaut hast um nicht im Trubel des Pflegedienstealltags unterzugehen?
00:03:36: Also
00:03:36: im Alltag ist das schwer.
00:03:38: Aber morgens tatsächlich dass was ich auch von Hilsin Wellys kennengelernt habe Das Miracle Morning ist so ein Thema was ich für mich ein bisschen entdeckt habe Nicht in der Gänze wie wir's bei Hilsen Wellys kennen gelernt haben aber wirklich so.
00:03:51: dieses Zeit für mich haben im Tag ankommen einfach Gedanken fließen lassen, vielleicht auch mal morgens dann im Buch lesen.
00:04:01: Ja, einfach nochmal aus der realen Welt entfliehen und auftanken.
00:04:06: Auftanken hast du jetzt schon so als Stichwort gesagt?
00:04:08: Du arbeitest ja an einer Branche die viel mit existenziellen Themen zu tun hat – mit Pflege, mit Alter, mit der Endlichkeit.
00:04:17: Wie gehst du damit um, dass du jeden Tag so in Berührung
00:04:20: bist?".
00:04:21: Also das passt für mich tatsächlich.
00:04:22: Ich habe glaube ich eine ganz gute und gesunde Distanz zu dem Thema, weil ich mit den Menschen die wir versorgen über das Telefon kommuniziere.
00:04:32: Ich kenne auch ein paar persönlich und privat aber in der Regel sind wir im Arbeitsverhältnis oder im Dienstleistungsverhältnissen unterwegs Und da kann ich mich gut abgrenzen.
00:04:43: eigentlich zu unseren Kunden Zu deren Themen die sie haben mit denen sie bei uns aufschlagen, dass ich sie aus der Ferne aber doch empathisch unterstützen kann.
00:04:54: Du bist ja als Geschäftsführerin tätig und nicht als Pflegekraft bei den Patientinnen und Patienten vor Ort?
00:04:59: Lass uns da mal ein bisschen reinspringen.
00:05:01: Erzähl uns noch mal über deinen beruflichen Weg.
00:05:03: Wie bist du in den Pflegedienst Hessen Süd hineingewachsen?
00:05:06: Was waren die Stationen vorher?
00:05:08: Wie hattest dich dahin verschlagen?
00:05:09: Ich sag mal so ... Du hattet das Eingangs schon gesagt, es ist ein Familienunternehmen.
00:05:13: also ich bin mit dem Unternehmen aufgewachsen.
00:05:15: Also ich hab die Anfänge in der Garage mitbekommen.
00:05:19: Ich hab das, was mein Vater da aufgebaut hat, hautnah live miterlebt wie er das Unternehmen groß gemacht hat.
00:05:27: und irgendwann hat sich dann die Frage gestellt wo will ich hin?
00:05:32: Und ich hatte in meiner Schulzeit irgendwann mal auch so den Wunsch in der Mittelstufe noch tatsächlich auch Medizin zu studieren hat sich aber ziemlich schnell zerschlagen, wo ich gemerkt hab.
00:05:44: Also so Krankheitsthemen sind das eine.
00:05:46: Aber wenn man diese zum Beispiel wunden auch versorgen muss oder sowas ... Das kann ich nicht!
00:05:51: Da wird mir ein bisschen anders.
00:05:53: beides... Wird dann bisschen schwierig, wenn man da einen medizinischen Kontext unterwegs ist Ist alles auch ein Lernsache, aber damals hatte ich mir das einfach nicht vorstellen können.
00:06:03: Und dann war es mein zweites Thema ist was sich so total gerne mag dass die rechtliche Seite also ich habe Wirtschaftsrecht studiert hab meinen Bachelor da drin gemacht und irgendwann hat mein Vater die Frage gestellt wer von euch Kindern?
00:06:17: Ich habe noch einige jüngere Geschwister wäre denn bereit oder könnte sich dann vorstellen ins Unternehmen einzusteigen und dieses Unternehmen auch zu übernehmen?
00:06:27: Irgendwann gesagt, ich kann's mir vorstellen.
00:06:30: Aber Papa, ich hab keine Pflegeausbildung und ich kannte es ja von ihm.
00:06:35: Er als Krankenpfleger gelernter, er wusste genau wovon die Rede ist, was er braucht, was die Menschen brauchen zu Hause in der Häuslichkeit.
00:06:45: Er wusste worauf es ankommt.
00:06:47: Also er hat da die Fachlichkeit gehabt und die hatte ich einfach nicht.
00:06:51: Und dann hat er zu mir gesagt das ist überhaupt kein Problem Das Unternehmen übernehmen kannst du trotzdem, auch wenn du da fachfremd bist.
00:06:58: Weil dafür hast du dann deine
00:06:59: Mitarbeiter.".
00:07:00: Das war seine Aussage und so bin ich dann schlussendlich im Pflegedienst gelandet weil ich dann gedacht habe okay unter den Umständen kann ich es mir durchaus vorstellen.
00:07:10: Das heißt du hattest das schon so früh irgendwie vor Augen.
00:07:13: oder ist das erst im Laufe der Studiums?
00:07:15: Oder erst später entstanden diese Idee den Familienbetrieb irgendwann zu übernehmen?
00:07:20: Also, während meines Studiums habe ich noch als Werkstudentin in anderen Unternehmen gearbeitet.
00:07:26: In der amerikanischen Firma auf der einen Seite aber auch in einer Firma die Rechenzentren betreibt also da als Werk studenten war ich da tätig dann jeweils in der Rechtsabteilung und hab so meine ersten Berufserfahrungen machen können in dem Bereich neben meinem Studium.
00:07:45: Ja und dann waren diese beiden Werkstudenten Tätigkeiten fertig.
00:07:49: Und dann kam irgendwie ziemlich nahtlos seine Anfrage also, wie
00:07:53: sieht denn heute so ein typischer Arbeitsalltag oder Arbeitstag bei dir aus?
00:07:57: Und ja vielleicht mag es auch ein bisschen schildern was begeistert dich da dran Unternehmen rund zu sein?
00:08:01: dadurch dass wir Ein kleiner Familienbetrieb sind und ein kleines Verwaltungsteam haben ist mein arbeitsalltag eigentlich nie gleich.
00:08:09: Also wir haben Viele Tätigkeiten oder eigentlich alle Tätigkeit, die wir selber in den Haus machen.
00:08:16: Also sprich zum Beispiel der Klassiker wäre auch Buchhaltung oder Lohnbuchhaltung läuft bei uns im Büro.
00:08:23: Wir haben eine Kollegin, die Planungen macht dass die Mitarbeiter wissen zu welchen Kunden sie fahren müssen welche Leistungen sie erbringen müssen dass Kunden aufgenommen werden und so weiter.
00:08:34: Und das ist alles etwas, was ich alles kann, was sich gelernt habe als ich ins Unternehmen eingestiegen bin.
00:08:41: Dass ich wirklich jeden Bereich kennengelernt habe.
00:08:44: Was ich aber jetzt heute gar nicht mehr mache also im Prinzip das, was Ich hauptsächlich mache im Moment oder mittlerweile ist einfach Gespräche mit Kostenträgern führen, Verhandlungen führen ja über Vergütungsvereinbarung Jetzt das ganze Thema generalistische Ausbildung in der Pflege, dass ich mit dem Regierungspräsidium darüber in Kontakt bin.
00:09:07: Was für Daten die brauchen und so also im Prinzip dieses Netzwerken um das Unternehmen herum wenn Probleme auftauchen, dass Ich da reingehe und versuche es zu klären im Sinne von uns Dass wir unsere Tätigkeiten weiter machen können wie wir's gewohnt sind Also mit unserem Verband darüber sprechen und usw.
00:09:28: Lösungen herbeiführen Neben natürlich, wenn die Mitarbeiter dann zurückkommen von der Runde das aufzufangen was sie erlebt haben da zu gucken.
00:09:38: Was muss wie organisiert werden?
00:09:41: Ja also es ist sehr vielfältig.
00:09:43: Ja, das klingt auf jeden Fall nach einer abwechslungsreichen Stellenbeschreibung.
00:09:46: Jetzt leitest du ja auch ein Team in einem Beruf der vielen mehr abverlangt als einfach nur zu arbeiten am Fließband vielleicht zu stehen oder so gerade weil eben auch der Kontakt mit den Menschen vorhanden ist.
00:09:57: was macht für dich gute Führung grade im Bereich der Pflege aus?
00:10:00: Es braucht eine gewisse Sensibilität Empathie für dem Bereich des anderen gerade weil ich fachfremd bin, was ich mir alles in der Theorie auch angeeignet habe und auch den ein oder anderen Kunden schon mal selber besucht habe wenn es plötzlich gar nicht mehr anders ging.
00:10:19: Und trotzdem irgendwo eine Nähe- und Distanz.
00:10:23: das ist ein ganz großes Thema im Gesundheitswesen in der Pflege sowieso.
00:10:27: also wir gehen ja in die Häuslichkeit von unseren Kunden rein.
00:10:31: Wir sind ganz nah am Menschen.
00:10:35: professionelle Distanz zu wahren, ist herausfordernd.
00:10:39: Gerade wenn man Menschen über mehrere Jahre begleitet dabei zusieht wie sie Zuhause alt werden Sie dabei unterstützt das ist schon schwer da dann auch eine professionelle distanz zu waren
00:10:52: und dass es auch so.
00:10:52: deine Aufgabe mit dafür zu sorgen dass ihr sozusagen diese Kultur auch ein stück etabliert nämlich einfach an um da einfach auch genügend ja freiraum zu schaffen davor zu schützen dass jemand fährt aus brennt in dem bereich
00:11:04: Ja, da immer im Gespräch zu sein.
00:11:07: Grenzen aufzuzeigen wo es vielleicht auch der ein oder andere nicht unbedingt kann weil er zu sehr drin ist in der Thematik oder am Kunden dass er dran ist das er sagt ja ich kann mich dann nicht abgrenzen.
00:11:20: Jetzt brauchst du ja auch einen persönlichen Ausgleich und deswegen will ich dir gerne auch die Frage stellen so was ist dein Ausgleicht?
00:11:25: Was macht ihr außerhalb der Arbeit Freude?
00:11:27: Ich weiß du reist gerne entdeckst neue Orte.
00:11:29: Woher kommt diese Lust auf das Entdecken?
00:11:32: Ach, ich glaub das ist tatsächlich schon bei uns oder bei mir in der Kindheit verankert.
00:11:35: Weil ja, ich bin in Norddeutschland geboren und die ersten vier Jahre meines Lebens auch dort aufgewachsen.
00:11:42: aber dann sind wir nach Darmstadt gezogen.
00:11:44: Aber unsere Großeltern waren immer im Norden Das heißt wir sind immer auf der Autobahn auch regelmäßig unterwegs gewesen um Familie zu besuchen.
00:11:53: nicht nur die Großeltern auch Tanten und Onkel also er sind alle in Nord Deutschland.
00:11:58: Wir waren immer in Dänemark in der kindheit schon So dass ich das tatsächlich für mich und meine Familie auch adaptiert habe.
00:12:05: Und einfach als Christian dann in mein Leben gekommen ist, er musste halt mit und auch die Kinder sagen mittlerweile also ein Jahr Urlaub ohne Dänemarkt es geht gar nicht.
00:12:14: Also mindestens einmal müssen wir dahin weil das ist irgendwie auch so nach Hause kommen.
00:12:19: da entdecken wir zwar nicht unbedingt neue Orte aber da geht's uns gut.
00:12:22: Das ist wohlfühlen und auch so bin ich dann halt gerne unterwegs und entdecke neue orte vorzugsweise am Wasser da Zeit habe, an Wasser die Seele baumeln zu lassen durchzuatmen und einfach einfach sein kann mich entspannen kann.
00:12:39: Warum gerade Dänemark?
00:12:40: Was zieht euch da außer der älterlichen Trägung jedes Jahr wieder hin?
00:12:43: das Wetter.
00:12:44: ich weiß einige sagen aber dänemark ist einfach so es ist der Norden es ist kaltes es ungemütlich ist es ja Aber da passt das Sprichwort.
00:12:52: Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.
00:12:54: also wenn man das weiß dann kann man sich darauf einstellen und ich lieb es einfach.
00:12:59: oder wir lieben es einfach den Wind zu spüren und uns so richtig auch mal durchpusten zu lassen an der Nordsee direkt.
00:13:05: das rauhe Klima ja das salzige das Möwengeschrei das gefällt uns ganz gut
00:13:12: Klingt nach einer perfekten Mischung.
00:13:13: Jetzt hast du ja zwei nicht mehr ganz Teenager zu Hause, wie verändert sich euer Familienleben gerade?
00:13:18: Was ist da gerade los?
00:13:19: Ja das ist gerade spannend!
00:13:21: Also unser Sohn ist letztes Jahr nach seinem Realschulabschluss ausgezogen also nicht weit weg zehn Minuten von uns in eine WG gezogen macht.
00:13:29: ne Ausbildung ist auch noch zweimal die Woche Zuhause aber auch nur zweimal die Woche.
00:13:34: und das ist, da haben wir schon gemerkt oder da habe ich auch gemerkt.
00:13:37: Da ändert sich die Kommunikation, da ändert es sich.
00:13:41: die Zeit, die wir miteinander verbringen, ist einfach eine tolle Qualitätszeit geworden wo man sich früher vielleicht gerade wenn man Teenager Kinder hat einfach nur noch irgendwann angenerft hat.
00:13:51: Ist es jetzt mittlerweile so?
00:13:53: Nein also wir freuen uns auf die Zeit zusammen.
00:13:56: Er kommt auch gerne noch mit uns in Urlaub.
00:14:00: Auch das gehört noch dazu, ja und wir tatsächlich telefonieren auch regelmäßig.
00:14:05: also wenn er auf dem Weg zur Arbeit ist dass er mich dann zum Beispiel anruft weil wir gegenseitig im Prinzip wir laufen oder ich fahre er läuft aneinander vorbei auf den Weg zur arbeit und dann sagt er immer ich hab dich gesehen so und dann telefonieren wir die restlichen Minuten die er noch auf dem weg zur Arbeit isst und wünschen uns einen schönen Tag.
00:14:24: Also das habe ich sehr schätzen gelernt.
00:14:26: Jetzt
00:14:26: hast du neben eurer Kernfamilie auch noch eine weitere, größere Familie mit einigen Geschwistern und sagt es ja schon auch Tanten und Onkels und
00:14:34: Co.,
00:14:34: welche Rolle spielen Beziehungen, Freundschaften?
00:14:36: Familie für dich so gerade wenn du auch viel für andere da bist.
00:14:39: im beruflichen Kontext ist das so dein sicherer Hafen auch den die deine Familie bietet.
00:14:44: auf jeden Fall.
00:14:45: also Familie hat einen sehr hohen Stellenwert Für mich dass Ich sage wenn jemand mich braucht von der Familie bin ich da.
00:14:52: aber das machen wir alle tatsächlich.
00:14:54: Egal wo wir verstreut sind auf der Welt auch, das ist tatsächlich so unser... Wir haben regelmäßig Kontakt miteinander, Facetime miteinander.
00:15:03: also wir wissen glaube ich ziemlich genau voneinander Bescheid nicht immer ganz in der Tiefe aber wie es einem so geht und ja und haben regelmässig unsere Treffen dass wir uns face-to-face sehen und einfach gemeinsam Zeit verbringen.
00:15:19: Und es ist uns wichtig!
00:15:20: Sehr schön.
00:15:21: Bevor wir gleich tiefer in unseren geplanten fachlichen Schwerpunkt einsteigen, würde ich gerne noch so ein bisschen die Brücke schlagen zu Hilsin Wellys.
00:15:27: Wir sprechen ja oft von den Bergen und den T-Lern, die uns als Leiterinnen und Leiter prägen vom Moment der Klarheit und auch von Phasen wo vieles unklar ist irgendwie.
00:15:36: Jetzt hast du ja selber zwei, drei, zwanzig, zwei, vierundzwanzig am Training bei Hitsin Wellies teilgenommen gerade auch in einer Zeit wo Christian schon Teil unseres Leitungsteams war.
00:15:44: also sicherlich eine spannende Konstellation die ich gerne mal mit dir so ein bisschen beleuchten möchte, aber vielleicht auch generell die Frage wie kam es dazu, dass du dich entschieden hast mitzumachen?
00:15:53: Hat Christian so sehr gedrängt?
00:15:55: oder hast du selber gesagt da muss sich unbedingt hin.
00:15:57: Wie ist das entstanden?
00:15:59: Also Christian hat nicht gedrinkt!
00:16:00: Du warst es.
00:16:02: Christian hatte's auch gesagt, hatte es mir empfohlen gerade auch im Hinblick auf natürlich den Pflegedienst und was da auf mich zukommen wird und so und sagte Das wäre ganz gut wenn ich einmal hier zum Bellys mitmache einfach für mich, mich selber zu entwickeln und Klarheit zu gewinnen auch.
00:16:21: Ja und damit hat er es sein lassen.
00:16:23: und dann hatten wir beide Kontakt!
00:16:27: Und dann hattest du mich ja zu dem einen Interessententreffen eingeladen und wurde gesagt dass du könntest dir vorstellen das ich dazu passe in die Gruppe.
00:16:35: Das war das Team vorher Das Team Turkeys, wo du ja dann aber auch oder wo wir im Nachgang zu dem Interessenten treffen gesagt hatten.
00:16:43: Eigentlich passt es wahrscheinlich nicht weil die Zielgruppe eine andere ist.
00:16:48: und ja und dann bin ich halt ein Jahr später eingestiegen.
00:16:51: Jährlich grüßt ihr das Mobile-Tier?
00:16:53: Wir haben durchaus das eine oder andere Gespräch mal geführt irgendwie ob's gerade so mette oder nicht.
00:16:57: Ich glaube Lust hattest du durchaus Aber ich weiß, du brauchst für manche Entscheidungen etwas länger.
00:17:03: Die dürfen erst ein bisschen reifen.
00:17:04: Ja, das war ja auch mit dem Interview und meiner Anfrage so, dass Sie mich ein bisschen hast zappeln lassen?
00:17:09: Und zum anderen ist es ja auch so, wir schauen in welcher Lebensphase, in welchen Konstellationen auch in Kombination mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
00:17:17: die sich für das Jahr angemeldet haben, macht es dann eben auch am meisten Sinn jetzt.
00:17:21: Ja war das ja eine besondere Zeit gerade weil Christian auch Teil des Leitungsteams war und auch bei den Wochenenden mit dabei war.
00:17:27: er hatte das Training schon selber absolviert.
00:17:29: wie hast du die zeit erlebt?
00:17:31: Gerade in dieser besonderen Konstellation?
00:17:33: also wir haben im Vorfeld drüber gesprochen als ich mich dann entschieden hatte bei Hitzenwellies mitzumachen und Christian hat ganz klar auch formuliert er geht in die zweite Reihe damit ich den sicheren Raum habe dass lernen kann, dass ich wachsen kann.
00:17:48: Dass ich mich weiterentwickeln kann und er braucht einfach von mir ein
00:17:52: Hinweis.".
00:17:53: Und dann war es so das wir die ersten Wochenenden waren ja auch noch sehr präsent.
00:17:59: zwischendurch war er dann nicht da?
00:18:02: Dann ist er wieder dazugekommen Und ich hab das als sehr bereichernd auch empfunden.
00:18:08: Also am Anfang habe ich sehr drauf geachtet, dass in irgendwelchen Teamarbeiten oder Gesprächen oder so was ... Dass ich auf keinen Fall bei ihm irgendwie in der Nähe bin wirklich um meinen sicheren Raum zu haben.
00:18:21: und das hat sich dann aber gewandelt und das war dann irgendwann wo ich gesagt hab ne es gehört einfach dazu.
00:18:26: also er hat die gleiche Berechtigung zur Wellis zu sein wie ich als Teilnehmerin weil er im Leitungskreis ist Aufgaben und da konnte ich mich dann auch frei davon machen, zu sagen hey er ist nicht hier als mein Ehemann um mich zu beobachten sondern er ist hier in seiner Rolle, in seiner Leitungsrolle oder in seiner Roller als Orga Fabia ja dann auch mal unterwegs war.
00:18:51: Und das hat nichts mit mir zu tun!
00:18:52: Das schmälert mich nicht in meiner Entwicklung oder schmälet mich nicht im sicheren Raum den ich an dem Wochenende habe.
00:18:59: Du hast gesagt, es hat sich der Blick darauf vielleicht geändert.
00:19:02: Hat sich durch das Training generell etwas zwischen Christian und dir verändert?
00:19:06: Konntet ihr was wahrnehmen?
00:19:08: Ja!
00:19:09: Wir haben auf jeden Fall auch eine andere Basis für unsere Beziehung gefunden.
00:19:14: Wir haben eine andere Sprache für unsere beziehungen gefunden, weil wir es beide durchlaufen haben ... Konnte man dann, ah ja das ist jetzt der Veränderungsprozess oder dass es die Stufe vom Veränderungsprozess oder in dem Handlungsfeld bewegen wir uns gerade.
00:19:30: Oder auch einfach mal zu sagen hey ich spüre hier eine Spannung.
00:19:34: sind so alles so Kleinigkeiten die man denn so mitgenommen hat in die Beziehungen rein oder auch einer etwas klarere Kommunikation?
00:19:42: Wir haben das bei manchen Paaren erlebt, es waren auch einige die parallel gemeinsam trainiert haben.
00:19:46: Auch als Ehepaare war's jetzt zusammen mit ein bisschen Zeitverzögerung nacheinander und in beiden Fällen gehen wir da recht behutsam mit um.
00:19:54: Wir versuchen dafür wirklich einen geschützten Rahmen zu schaffen dass sowohl jede Person selber für sich Entwicklungsschritte machen kann aber selbstverständlich auch die Paare dann insgesamt dadurch hoffentlich besser zusammenwachsen.
00:20:05: Insofern ist es ja natürlich immer schön zu hören, dass es bei euch an der Stelle auch gelungen ist.
00:20:09: Was hat dich generell im Training am meisten überrascht, vielleicht auch über dich selbst?
00:20:15: Also da würde mir jetzt spontan vom Training her nicht so viel einfallen tatsächlich dadurch dass ich ja durch Christian schon eine Idee hatte und ihn begleitet habe und uns ein bisschen mitbekommen hab wie das Training abläuft und was für Themen wir hatten Oder wir bekommen Werden gerade auch, weil Christian ja Corona bedingt auch das ein bisschen online gemacht hat und so.
00:20:40: Also war das bei uns zu Hause präsenter.
00:20:42: würde ich da nicht von Überraschung sprechen?
00:20:45: Ich habe neue Tools für mich entdeckt, ich habe neue Sachen für mich.
00:20:48: Ich habe mich selbst entdeckt also diese Selbstentwicklung von mir selbst.
00:20:53: Das ist vielleicht der größte Überraschen Moment für mich gewesen zu sagen hey mit welcher Klarheit man einfach Dinge aussprechen kann und sich selber sicher sein kann.
00:21:02: Das hat mir dann auch viel geholfen in meiner Führungsrolle im Pflegedienst zu sagen, nee ich weiß wovon ich rede.
00:21:10: also ich habe die Kompetenz ja ich hab einen guten inneren Status entwickeln können durch Hilfs- & Wellys und bin mir meiner sicher geworden dadurch.
00:21:21: Spannend!
00:21:22: Jetzt erinnere ich mich daran, gerade auch unsere ersten Gespräche zu Hilsin Wellys.
00:21:26: Es ist ja ein christliches Leadership Training.
00:21:28: Du sagtest damals immer Ja für mich wäre es vor allem reizvoll aufgrund meiner beruflichen Herausforderung und Situation Wie geht's dir mit diese?
00:21:36: oder ging es dir damals?
00:21:37: Auch mit diesem spannungsfeld Glaube christliches Projekt aber fällt auch beruflicher Kontext wie hast du das für dich aufgelöst?
00:21:43: Ich habe das gar nicht als spannungsfelder empfunden tatsächlich.
00:21:46: also ich finde es gut dass es so ein christliches leadership training ist dass man auch immer mal wieder gucken kann oder einen Blick in die Bibel bekommt und zu sagen, hey damals war es auch schon mal so.
00:21:58: Ja also man kann das durchaus aus der Bibel rauslesen zum Beispiel die Handlungsfelder oder sowas.
00:22:05: Also dass ist da ja auch Möglichkeiten gibt ihr in einer Bibel wiederzufinden.
00:22:09: Ansonsten bin ich in einer christlichen Familie groß geworden.
00:22:13: Ich bin in eine Gemeinde groß geworden.
00:22:16: Das Unternehmen hat christliche Werte.
00:22:18: natürlich wenn die Eltern auch Christen sind, dann schwappt das auch ins Unternehmen rein.
00:22:24: Ja ich habe meinen Fokus während meiner Hitz- und Welliszeit nicht auf einen Gemeindekontext gelegt weil ich in dem Moment nicht in der Gemeinde in einer Position unterwegs war wo ich sage ja dafür kann nichts anwenden aber das eine hat das andere nicht ausgeschossen und ich hab da für mich keinen Spannungsfeld gehabt.
00:22:41: Super.
00:22:42: Weil das ist für uns auch ein wichtiger Punkt, also manche fragen eben ja ich bin gar kein Gemeindeleiter darf überhaupt mitmachen oder so und es geht gar nicht so sehr um eine ehrenamtliche oder eine gemeindliche Rolle die man jetzt speziell einnehmen muss.
00:22:53: auch für Christen die einen beruflichen Kontext Leadership Verantwortung oder Führungsverantwortung haben.
00:22:59: Die sind da gefahren aber es ist eben schon auch ein christliches Projekt muss man ihm auch sagen Es wird gebetet gesungen dass gibt entsprechende ja vielleicht auch biblische Bezüge so und davor soll man sich dann auch nicht schrecken, sag jetzt einfach mal.
00:23:11: Ja das heißt also da ist für uns eben schon auch wichtig dass wir damit deutlich und klar an der Stelle umgehen.
00:23:16: Jetzt haben wir ja schon einiges über deinen Weg gehört und sind damit eigentlich auch schon mitten in unserem fachlichen Schwerpunkt in der Unternehmensnachfolge.
00:23:24: wenn du magst lass es da gerne so ein bisschen reinspringen.
00:23:27: Du hast ja diesen Übergang nicht nur selbst durchlebt, sondern auch bei Hilsin Wellys als Praxisprojekt noch mal intensiv durchdacht.
00:23:34: Ich glaube es war recht offensichtlich dass du dich im Rahmen von Hilsins Wellys um diese Art von Praxis-Projekt auch kümmern möchtest.
00:23:42: zu mitgemacht hast.
00:23:44: Es geht ja nicht nur darum, wie ein Unternehmen weiterzuführen und es geht auch um innere Veränderung die so einen Schritt mit sich bringt.
00:23:49: Das geht um eigene Identität vielleicht auch das Unternehmen mitzubrägen, neue Stück von Verantwortung.
00:23:55: Lass uns das so wirklich mal Schritt für Schritt durchgehen weil ich kann mir vorstellen dass der eine oder andere vor edeligen Herausforderungen steht entweder in der Unternehmensnachfolge oder vielleicht auch in der Nachfolge einer bestimmten Rolle Die jemand anders hatte.
00:24:07: Selbst wenn man die Jugend- oder Gemeindeleitung übernimmt und in die Fußstapfen von jemandem tritt, der das zwanzig Jahre geprägt hat ... In einer Organisation oder einer Kirchengemeinde ist es ja eine relativ ähnliche Aufgabenstellung.
00:24:19: Du hast mal gesagt, dass Norbert irgendwann die Idee an seine Kinder herangetragen hat?
00:24:24: Wer würde's dann machen?
00:24:26: Wann war so für dich ... Gab's einen Moment wo du sagst, yo, das is mein Weg?
00:24:31: Diese Klarheit oder dieser Moment, der kam... Tatsächlich während meines Praxisprojekts und während Hilfs & Wellys, also vorher war es so okay.
00:24:39: ich probiere mich mal aus.
00:24:40: Also ich mein du hattest das am Anfang gesagt Ich bin ins Unternehmen eingetreten, zwanzig-dreizend.
00:24:47: wenn man dann jetzt... Na Hilfs& Wellies habe ich zwanzigtreiundzwanzig gemacht, also da liegen zehn Jahre dazwischen.
00:24:53: In der Zeit habe ich viel gelernt.
00:24:54: natürlich hab ich viel gezeigt von mir, hab im Unternehmen, hab das Unternehmen kennengelernt in allen Bereichen, hab viel gemacht hab mich bereits da mit Herausforderungen auch rumgeschlagen wie ja, Tochter vom Chef.
00:25:09: Also das ist glaube ich der Klassiker wenn man als Tochter in ein Familienunternehmen einsteigt dass Mitarbeiter die schon lange da waren erst mal sagen jetzt kommt die Tochter von Chef was kann sie mir sagen?
00:25:20: Was will die mir sagen?
00:25:22: und also was kann die überhaupt?
00:25:25: Und das ist so... Da hatte ich sehr lange mit zu tun in unterschiedlichen Situationen natürlich auch aufgrund dessen, dass ich ja schon gesagt habe Fachfremd war.
00:25:37: Da ist die Pflege eine ganz eigene Welt.
00:25:39: also welches Unternehmen es das nicht sag' ich mal so.
00:25:42: aber auch die Pflege ist ne ganz eigene welt sozusagen.
00:25:44: Ja.
00:25:45: Also Die Theorie kann Ich.
00:25:46: Aber Wenn Jemand Von mir Wissen will wie er Es Konkret Am Bett Umsetzen Muss In der Situation Weil mit Diagnosen Hier und Schwierigkeiten Beim Patienten da Dann wird schwierig.
00:25:58: Dann steige ich aus und dann kann ich sagen, ich kann es dir nicht beantworten.
00:26:01: Ich kann dir keinen Tipp geben für die Umsetzung in die Praxis.
00:26:05: Ich kannst dir nur theoretisch sagen das sind ja alles Sachen, die sind Vorhilfs-in-Valleys auch aufgekommen Und das sind Sachen gewesen, die mich halt immer wieder auch getriggert haben und haben zweifeln lassen ob das wirklich richtig ist, was ich hier mache.
00:26:22: Also zweifeln auch an mir selbst.
00:26:24: also wer bin ich dass sich einer Pflegefachkraft erkläre wie sie ihren Job zu machen hat weil ich es halt selber nicht gelernt habe.
00:26:32: diese Fragen hatte ich ganz ganz häufig und da hab ich natürlich am Anfang immer auch Norbert dabei gehabt und der dann auch immer wir waren im Regen austausch und er hat mir mal gesagt so muss man das machen oder so kann man das Ganz, ganz viel theoretisches Wissen aufgesaugt an allen Ecken und Enden.
00:26:53: Und habe mich nach und nach da reingearbeitet.
00:26:56: Aber so dieser Knackpunkt ... Das waren im Prinzip zwei Situation oder zwei Sachen.
00:27:01: einerseits in Zinsen Wellis wo ich meinen inneren Status wirklich gelernt habe zu erhöhen und zu sagen Ich habe die Kompetenz, vielleicht nicht die Erfahrung aber ich weiß genau worum es geht... Nachweisen?
00:27:14: Ja.
00:27:15: Dann war eine Situation, es war immer so das ... Und das weiß Norbert auch, da plaudere ich hier nicht aus dem Nähkästchen.
00:27:22: Familienurlauber habe ich früher mal so erlebt.
00:27:24: er ist telefonierenderweise hinter uns hergelaufen wenn wir was anderes unterwegs waren, wenn wir es angeguckt haben und hat immer gesagt ja ich musste mit dem Büro telefonieren die brauchten Info von mir usw.
00:27:35: Also war nicht durchgängig aber es war sehr oft so, sehr häufig.
00:27:39: Das hab ich gesagt, das will ich nicht.
00:27:42: Und es war tatsächlich so, dass Norbert regelmäßig in diesen zehn Jahren bis ich hier zum Welles gemacht habe.
00:27:48: Immer auch aus seinem Urlaub mich angerufen hat gefragt hat ist alles in Ordnung?
00:27:52: brauchst du irgendwas?
00:27:53: So nicht so nö.
00:27:54: Ist alles in ordnung?
00:27:56: wenn er dann zurückgekommen ist Dann ist er auch im Büro vorbeigekommen, hat mal geguckt.
00:28:00: Ist dann wieder gegangen und so weiter.
00:28:02: aber er brauchte das war auch sein Abnabelungsprozess Und mein innerer Reichsparteitag war als er einmal wirklich zwei Wochen Urlaub gemacht hat.
00:28:12: Ich wusste er war früher zurück und er ist nicht ins Büro gekommen der hat mich nicht angerufen und da habe ich gesagt jetzt hab ich es geschafft Jetzt hat auch mein Vater ein Stück weit gelernt loszulassen und das war ja so wie ich reingewachsen bin in das ganze musste er auch rauswachsen auf der anderen Seite.
00:28:30: Und das ist schon, wer das Unternehmen dreißig Jahre lang also wir haben jetzt dieses Jahr dreißzigjähriges Jubiläum geprägt hat, aufgebaut hat... Das ist schon eine Sache, dass es hart, das ist ein echt harter Prozess Ich glaube sogar noch mal härter als da reinzuwachsen.
00:28:46: Sehr spannend also.
00:28:47: zwei Punkte hast du gerade beschrieben die ich gerne mal ein bisschen vertiefen möchte.
00:28:51: zum einen war ich jetzt überrascht davon das erst bei hielzen wellys also zehn jahre nach eintritt ins unternehmen weil dir sich wirklich so dieser.
00:28:58: Impuls gefestigt hat.
00:28:59: ja ich kann und will dass also vorher eher so das als ausprobieren.
00:29:03: der plan stand irgendwie so was auch so ein bisschen zu was ja gesagt aber da eigentlich erst durch diese innere reife oder reifung, dann wirklich auch so dieses Commitment-Flecht gekommen ist oder das Standing gekommen ist, dass auch durchzuziehen.
00:29:15: Da würde mich natürlich interessieren bevor wir zum zweiten Thema gehen sich auch den Mitarbeitern gegenüber entsprechend zu verhalten.
00:29:21: was hat das ausgelöst?
00:29:22: also was waren sozusagen die notwendigen Schritte?
00:29:26: Die du innerlich gegangen bist um diesen inneren Status herauszuprägen?
00:29:29: wie hast du das gemacht?
00:29:30: ja das eine gute Frage.
00:29:32: Ich kann das glaube ich gar nicht wirklich beschreiben, aber ich versuche es einfach mal.
00:29:36: Weil ich habe ja auch während ich Hilfs & Bellys gemacht hab weitergearbeitet.
00:29:40: Das heißt mein Team gerade hier in der Verwaltung hat hautnah miterlebt wie ich von den Hilfs und Bellys Wochenenden zurückgekommen bin, wie ich plötzlich Dinge geändert habe anders angegangen bin, anders kommuniziert habe Wie ich mich verändert habe die dann auch wirklich gesagt haben wow Also Hut ab davor, auch dieses Commitment da reinzugehen und sich verändern zu lassen von Hilsem Wellys.
00:30:08: Ja?
00:30:09: Weil das ist ja auch noch eine Sache die ganz wichtig ist.
00:30:13: also wenn man so ein Leadership Training macht und ich habe nicht nur einen Leadership Training gemacht – Ich hab mehrere schon gemacht – muss man ja auch sagen du musst dich da committen!
00:30:21: Du musst sagen hey ich bin offen dafür was sie mir hier zeigen was sie anbieten Und dabei Hilsem wellys einfach auch diesen sicheren Raum zu haben, Dinge anzusprechen.
00:30:32: Das habe ich sehr, sehr schätzen gelernt.
00:30:34: An den Wochenenden aber auch in den wöchentlichen Calls dass man einfach Dinge durch sprechen kann mit dem Team Coach oder auch mit dem eigenen Coach und da einfach Dinge ansprechen kann einen anderen Blickwinkel drauf bekommt und dadurch Sachen ausprobieren kann und sagen kann, hey ich probiere es einfach mal so.
00:30:53: Weil ich hab den Impuls gekriegt von jemand anderem der vielleicht in einer ähnlichen Situation ist oder auch gar nicht aber der anders drauf guckt mit ne anderen Perspektive und dann sagt, probier's doch mal.
00:31:04: so.
00:31:05: ganz
00:31:05: wichtiger Aspekt den du ansprichst so werden wir nennen das ja Seilschaft also irgendwo ein Umfeld von anderen Leiterinnen und Leitern die auch mit ihren Herausforderungen zu tun haben Aber die im Grunde um nicht Teil deines Systems sind weil Du bist ja in deinem Unternehmen.
00:31:19: Deinem Vater und Geschwistern, ich sag mal Mitarbeitern.
00:31:22: Und dann den Pflegefachkräften und allen hast du irgendwie zu tun.
00:31:25: die sind alle irgendwie betroffen.
00:31:27: Ja das heißt also von deinen Entscheidungen und von dem was dich jetzt gerade so bewegt ja und das zu teilen also auch deine Herausforderung ängste Sorgen mit denen zu teile hat sofort Auswirkungen auf deren Arbeitsverhältnis oder auf bestimmte Zusammenhänge die da laufen.
00:31:41: insofern scheuen sich natürlich viele dass dann auch im Unternehmen sich da verletzlich zu machen oder auch in der Gemeinde, einem anderen Kontext sich verletzlich zu machen.
00:31:50: Und es braucht ein Umfeld, ein stärkendes ermutigendes, sicheres Umfeld außerhalb von dem eigenen System um Dinge einfach mal ganz offen reflektieren zu können und mal raushauen zu können für immer seinen Frust so von der Seele reden zu können.
00:32:01: Und gerade wenn dann vielleicht auch noch ein paar Personen dabei sind die aufgrund ihrer Qualifikation als Coaches oder mit ihrer Erfahrung auch für solche Veränderungsprozesse durch diesen Prozess begleiten Und du dich drauf einlässt, das ist natürlich perfekte Voraussetzungen auch in diesem Change da durchzugehen.
00:32:17: Jetzt möchte ich schon nochmal ein bisschen zurückspulen.
00:32:19: wir sind jetzt doch schon bei der Lösung gewesen.
00:32:21: ja aber irgendwo hast Du ja auch zehn jahrelang geliebäugelt sage ich mal mit diesem Thema du hättest ja auch einfach nach zwei drei Jahren sagen können dir das wird nichts für mich.
00:32:28: irgendwas hat Dich an der Aufgabe reizt und gleichzeitig hattest Du vor irgendetwas auch besonders großen Respekt.
00:32:35: magst Du diese Spannung dass was Dich gereizt hat und das Wurf wo Du Respekt hatt es noch einmal ein bisschen ausführen?
00:32:40: Was brauchte da diese Klärung für dich?
00:32:42: Also zugetraut habe ich es mir.
00:32:44: Das war ganz klar, also wenn ich mir das nicht zugetrauht hätte dann hätt' ich das Ganze auch gar nicht machen müssen eigentlich.
00:32:51: Auch
00:32:51: schon von Anfang an.
00:32:52: Genau!
00:32:54: Wir hatten's ja vorhin von der Familie.
00:32:56: Ich bin ein Familienmensch und natürlich auch einer der Hauptgründe war jetzt hat mein Vater das Unternehmen aufgebaut.
00:33:03: Jetzt geht er in Rente... Wer
00:33:04: schade?!
00:33:05: Erstmal dieses Gefühl ey ist es schade so ein tolles Unternehmen was hier jetzt, also sich ein Namen gemacht hat in Darmstadt.
00:33:13: Das einfach irgendwem zu verkaufen oder im Zweifelsfall dichtzumachen.
00:33:20: Und das war so einerseits auch das Verantwortungsgefühl, was ich empfunden habe und die erste Zeit hauptsächlich als Verantwortung gesehen oder dass ich dazu ja gesagt hab und es ist so flapsig formuliert aber dass ich da jetzt durch muss Und mein Vater hat mir das auch immer gesagt, dort wenn es nicht geht dann geht's nicht und dann verkaufen wir das Unternehmen.
00:33:44: Das war glaube ich auch so eine Sache wo er mir die Freiheit gegeben hat das auszuprobieren und mich zu committen und zu sagen okay ja er ist ja ... Er war ja auch die ganze Zeit noch da.
00:33:56: also wir haben es gemeinsam gemacht Ja er is der Inhaber und der Geschäftsführer das heißt am Anfang er hat entschieden was will machen Ich hab ein bisschen mitgemacht und so weiter.
00:34:07: Und er hat aber immer wieder gesagt, wenn das nichts für dich ist dann machen wir es zu!
00:34:13: Dann verkaufen wir's, dann gucken wir noch mal weiter... Ja also sodass ich nicht das Gefühl hatte, ich muss mich jetzt verbiegen.
00:34:22: Also ich habe jetzt einmal ja dazu gesagt und dann ist das so.
00:34:26: Ich glaube, für mein Umfeld sah das zum Teil auch ein bisschen anders aus.
00:34:30: Dass die auch gesagt haben, meine Güte was macht sie denn da?
00:34:33: Also wie lange will sie das denn noch aushalten?
00:34:35: Weil natürlich auch ja die Beziehungsebene da schon eine große Rolle gespielt hat zwischen Vater und Tochter zu sagen okay ich möchte ihn nicht verletzen es ist sein Lebenswerk aber ich sehe das anders.
00:34:46: Und ja also das war auf jeden Fall am Anfang schon dieses...ich möchte die Verantwortung dafür übernehmen dass dieses Familienunternehmen weiter geführt wird.
00:34:56: Und dann kam halt irgendwann auch dadurch, dass er sagte du bist völlig frei in der Entscheidung.
00:35:01: Kam halt wirklich auch die Entscheidung zu sagen ja ich will das wirklich!
00:35:06: Das ist nicht nur Ich mach was Gutes für meinen Vater oder für wen auch immer er weil man das so macht als Tochter?
00:35:13: Nee
00:35:13: Klingt danach, als wenn du doch größtmögliche Freiheit hattest diese Entscheidung auf freien Stücken treffen zu können und jetzt nicht zwangsverpflichtet wurde sozusagen.
00:35:22: Gleichzeitig gibt es natürlich gerade in Bezug auf Beziehung familiäre Verflechtungen sozusagen ja auch mal Spannungsfelder die einfach ganz normal sind.
00:35:29: so wie würdest du sagen hat sich eure Beziehungen als Vater und Tochter durch den beruflichen Übergang noch einmal verändert.
00:35:34: also wir haben aufgrund unserer Zusammenarbeit auch beide einen Persönlichkeitstest gemacht und haben festgestellt dass wir von dem Persönlichkeitstest, den wir gemacht haben komplett konträr zunnen.
00:35:47: Da sind ja eher der innovative Nachtsumt drei Kanzen anrufen.
00:35:52: Der hat sofort Ideen, Visionen.
00:35:54: also wie oft wir diese Situation hatten auch das er morgens um acht ins Büro gekommen ist.
00:35:58: Ich habe mir da was überlegt und ich so Guten Morgen erst mal können wir erstmal langsam in den Tag starten?
00:36:04: Also Wir mussten beide lernen mit der Geschwindigkeit und dem Tempo des anderen klarzukommen.
00:36:12: Also das, was er an Power, an Ideen, wenn man irgendetwas überlegt hat schon auf die Straße gebracht hat und direkt auch umsetzen wollte während ich dann gesagt habe okay, ich brauche Zahlen, Daten, Fakten.
00:36:24: Dann kann ich mir eine Entscheidung... irgendwie zurechtlegen, aber wir machen das jetzt nicht nur weil ich heute morgen beim Kaffee darüber nachgedacht habe und das toll fand die Idee.
00:36:34: Also da brauchst du ein bisschen mehr Substanz.
00:36:37: also diese Reibung hatten wir auf jeden Fall und wir haben aber gelernt damit umzugehen den anderen dann auch Also mit seinen Bedürfnissen stehen zu lassen, beziehungsweise diese Bedürbnisse wahrzunehmen und das auch zu kommunizieren.
00:36:53: Und zu sagen ja ich weiß du brauchst jetzt gerade was anderes aber mir ist das jetzt wichtig.
00:36:58: Ich würde jetzt erstmal gerne das und das noch abklären und dann können wir darüber weiter sprechen.
00:37:03: Das war herausfordernd Aber hat sich gelohnt Nicht nur auf beruflicher Ebene, sondern auch privat.
00:37:10: Dass wir gut miteinander einen guten Umgang gefunden haben.
00:37:13: Würdest
00:37:13: du heute sagen dass du neben dem Unternehmen auch ein großes Stück Identität von deinem Vater übernommen hast oder hast du selber ganz neue Identität im Unternehmen prägen können?
00:37:23: Ich glaube es ist beides.
00:37:25: Ja ich habe viel oder einiges auch von ihm übernommen gerade auch aufgrund dessen Und da ist es wieder das Wort, dass ich fachfremd bin.
00:37:35: Also diese Identität die er geprägt hat, ist ja aufgrund seiner fachlichen Qualifikation als Krankenpfleger auch entstanden mit... Das macht man so!
00:37:44: Das haben wir ganz oft gehört jahrelang bei der Planung, wenn wir die Kunden aufnehmen.
00:37:53: Dass er ein ziemlich genaues Bild von der Versorgung vor Ort im Kopf hatte die wir ja dann auch am ende des monats auch abgerechnet haben also das was er sich vorgestellt hat dass wir das so übernommen haben.
00:38:06: und mittlerweile es gibt einen wandel sodass wir sagen Da kommt ein bisschen mehr auch aufgrund der öffentlichen Diskussion in Kürzungen, in der Pflegebranche und so weiter.
00:38:17: Was jetzt gerade wieder aktuell ist sind die Betriebe alle verpflichtet sehr viel mehr auf Wirtschaftlichkeit zu achten als das wie er gucken musste damals als erst vor dreißig Jahren aufgebaut hat das Unternehmen und auch die letzten Jahre also bis vor Corona würde ich sagen.
00:38:31: Also seit Corona gibt es da einen Wandel auf jeden Fall Dass viele Betriebe machen zu, gerade auch hier in Darmstadt.
00:38:40: Viele ambulante Dienste.
00:38:41: auf der anderen Seite kommen auch viele neue nach.
00:38:43: also es ist schon Bewegung im Markt aber so wie man damals geführt hat, geht es nicht mehr.
00:38:50: das Unternehmen.
00:38:51: Und das ist auch etwas was er anerkennt wo er sagt hey das ist super dass du das in der Hand hast.
00:38:57: so was ich vorhin gesagt habe diese Verhandlungen für Gütungsvereinbarung und so weiter dass sich mit dem verband regelmäßig im Kontakt stehen austauschen und sagen Leute wir brauchen das Geld anders geht es Nicht.
00:39:09: Wo Er Sagt Das Ist Gut Dass Ich Dahinter Herr Bin Dass Ich Da Das Augenmerk drauf Habe Weil die Arbeit einfach entlohnt werden muss und auch fair entlohn werden muss.
00:39:18: Und er hat das eher so nebenbei mitgemacht damals.
00:39:23: Es ist ja nichts so beständig wie die Veränderung, damit schlagen wir ein bisschen auf die Brücke zu einem zweiten Aspekt in den Fohlen schon so angeteased hast.
00:39:30: ich sage mal in so einem Nachfolgeprozess und generell auch in so Ja Übergabe Prozesse jetzt ja einige Jahre stattgefunden hat sind unheimlich viele Veränderungen dran.
00:39:40: gekoppelt sag ich mal sowohl für euch für dich vom Prozess her innerlich.
00:39:45: Für dein Vater natürlich als den der auch ein Stück loslässt aber natürlich auch für alle anderen die im Unternehmen beschäftigt sind also für die Mitarbeitenden, Und da würde ich schon gerne auch noch mal so ein bisschen fachlich vom Schwerpunkt her gemeinsam draufschauen.
00:39:56: Wir haben bei Hilzen Valley schon uns auch sehr intensiv mit Veränderungsprozessen, mit Change Kurve und so weiter beschäftigt.
00:40:02: Konntest du davon etwas anwenden?
00:40:04: Und magst du das mal so'n bisschen reflektieren?
00:40:05: was hat dir da geholfen?
00:40:07: aus diesem Wissen über wie Change funktioniert Auch für eure Situation Was die Führung der Mitarbeitenden angeht
00:40:14: Also durch das Kennenlernen von dem Tool oder vom Veränderungsprozess, was die einzelnen Schritte da drin sind oder sein können.
00:40:22: Kann ich manche Situation mit den Mitarbeitern besser einschätzen und da nochmal genauer drauf eingehen?
00:40:31: Das ganz größte Thema ist diese Verneinung wenn eine Veränderung ansteht.
00:40:36: dieses Verweiger von Marek und ich habe haben wir doch schon immer so gemacht.
00:40:40: haben wir jetzt auch weiter so Ja, Geduld zu entwickeln oder Geduld haben und trotzdem eine Klarheit auch zu sagen.
00:40:49: Wir haben schon immer so gemacht aber es geht jetzt nicht mehr.
00:40:53: Dinge ändern sich.
00:40:54: Digitalisierung schreitet voran für den, dass du mit Zettel und Stift noch arbeiten möchtest.
00:40:59: Aber das andere ist gefordert.
00:41:01: ja also wir werden immer digitaler auch wenn die Pflegebranche noch nicht so ganz angekommen ist zumindest im ambulanten Bereich.
00:41:11: mitzunehmen, Ängsten zu begegnen, Bedürfnissen zu begegneten und sie auch wahrzunehmend wertzuschätzen da drin.
00:41:18: Und trotzdem zu sagen ich sehe dich!
00:41:20: Ich kann nicht verstehen lass uns gemeinsam nach einer Lösung suchen weil so geht es nicht mehr.
00:41:26: Ja, was bist du bereit?
00:41:27: Ich glaube es ist ein Riesen-Gamechanger einfach eine andere Perspektive darauf zu bekommen.
00:41:31: Typischerweise sind wir auf der Sachebene.
00:41:34: Du hast vorhin die Formulierung so ja jetzt kommt die Tochter vom Chef.
00:41:36: Was will die uns denn sagen?
00:41:38: und jetzt kann man das auf der Sachebene natürlich ausdiskutieren.
00:41:41: Aber ich habe dort die Kompetenz aber du bist ja die Tocher vom Chef!
00:41:45: Ist sich da irgendwie am Streiten.
00:41:46: alle fühlen sich irgendwie doof dabei.
00:41:48: wenn man's aber auf der anderen Ebene mal sich anschaut und eigentlich dass diese Verweigerungshaltung ist Und die Ablehnung und fährt auch immer noch so ein gewisses Schockgefühl, dass jetzt irgendwas anders ist als vorher.
00:41:57: Ich fühle mich damit ganz unwohl.
00:41:59: Denn gebe ich dem halt Unreifraum über solche Äußerungen, die aber auf der Sache eben gar nicht entschieden werden können sondern eher auf einer emotionalen Ebene und damit Würdigung mit Bindungsaufbau zu beginnen.
00:42:09: Und so sage ich nämlich war als Person, die jetzt gerade gebeutelt ist von dieser unmöglichen Fände um die sich dadurch irgendwie ergibt was brauchst du denn jetzt grade?
00:42:17: Was sind die Bedürfnisse, die dahinter stehen an Sicherheit vielleicht oder so?
00:42:21: und auch das fetten Stück zu feiern, die Verweigerung ist doch der erste Schritt für Veränderungen.
00:42:26: Und wenn jemand schon im ersten Schritt angefangen hat, ist es doch schon mal super.
00:42:29: Auch wenn's erst einmal sich doof anfühlt.
00:42:31: aber das positiv zu bewerten ändert glaube ich ganz viel in der Führung.
00:42:35: Wir haben das ganz oft ja auch im Gemeindekontext oder in anderen Bereichen.
00:42:39: Das ist nicht nur eine Unternehmensnachfolge so also immer dann Wenn Menschen sich weigern in die Verwendung einzusteigen.
00:42:45: Es ist eigentlich ein super Zeichen dafür dass was in Bewegung kommt Und wir misdeuten das aber ein Stück, als was ganz Negatives und suchen das zu vermeiden.
00:42:53: Und damit ja toppilieren wir eigentlich diesen Veränderungsprozess der eigentlich nur weitergeführt werden müsste.
00:42:59: Wie ist es dir denn gelungen?
00:43:00: Gerade auch durch diese Fachfremdigkeit oder was ich wieder nennen möchte, weil du jetzt neu warst am Unternehmen und noch gar nicht so viel wusstest und kanntest?
00:43:08: und so wie hast du da Verbindungen aufgenommen zu den Mitarbeitenden?
00:43:11: Wie hast du Beziehung geknüpft und gepflegt und ausgebaut?
00:43:13: also
00:43:13: Ich habe viel zugehört in den Gesprächen Mit dabei, die geführt worden sind über die Fachlichkeit.
00:43:22: Hab halt zugehört und hab einfach nach und nach ja Fragen gestellt habe.
00:43:30: Ja ich würde nicht sagen Dinge hinterfragt aber mit meinen benötigten Fakten, die ich brauche von meiner Persönlichkeit her einfach... unterlegt und hinterlegt.
00:43:39: Und ja, bin mit den Mitarbeitern Runde gefahren damit ich weiß was sie draußen machen.
00:43:44: Hab Gesichter zu denen nahen wie ich am Telefon hatte von den Kunden hab die kennengelernt.
00:43:50: Hab Anteil genommen an deren Arbeit.
00:43:52: so Ich glaube das ist das was man so kann man es am besten umschreiben.
00:43:57: Hab den Mitarbeiter in seiner Arbeit wahrgenommen kennen gelernt und dadurch ergibt sich dann ganz viel wenn man Interesse im anderen zeigt Dann werden Dinge erzählt und dann ist man ganz schnell dabei, dass man akzeptiert wird.
00:44:12: also das ist zumindest meine Erfahrung.
00:44:15: Wie lange hat der Prozess gedauert bis du den Eindruck hattest jetzt bin ich da auch tatsächlich ein Stück angekommen im Team?
00:44:21: Also im team war ich relativ schnell Weil Mitarbeiter in der Pflege sind, in der Regel offen und sind ich hilfsbereit.
00:44:29: Sind interessiert am anderen?
00:44:30: Ja, mögen Gemeinschaft, möge dieses soziale Umfeld also das ist ja davon lebt ja auch die Pflegebranche.
00:44:37: Mein Vater hat mal den Satz geprägt man muss Menschen mögen in der pflege.
00:44:41: Also wenn man keine Menschen mag dann ist man irgendwie auch ein bisschen im Beruf falsch.
00:44:45: Im Team selbst drin war ich relativ schnell aber es hat gedauert bis sie sich haben was von mir sagen lassen Und natürlich auch, also da kommt dann die Sache dazu.
00:44:58: Wie sehr habe ich mich selber berechtigt ihnen etwas zu sagen?
00:45:03: Das war das Hauptlearning.
00:45:05: Dass ich gesagt hab oder in den Gesprächen mit meinem Vater und anderen Personen, die in der Leitungsebene waren zu dem Zeitpunkt noch, wie gesagt haben Blöde sag was!
00:45:15: Sagt das, weil was du hier uns gerade erzählst ist genau richtig.
00:45:19: Du kannst es sagen also du weißt es ja du hast die Kompetenz.
00:45:22: so aber dass ich mir selber die Berechtigung auch gebe jemanden etwas zu sagen und darauf zu bestehen, dass etwas so gemacht wird wie ich es will.
00:45:33: Das hat eine Weile gedauert und wann das umgeschwungen ist auf jeden Fall Vorhilds im Wellis.
00:45:37: Es ist jetzt nicht erst in den letzten zwei Jahren passiert Aber mit anstrengendem Kraft verbunden.
00:45:44: Vorher vorhielt im bellig jetzt ist es einfacher
00:45:47: sprechen über wochen monate oder jahre.
00:45:50: Also, das ist schon Jahre vorher passiert.
00:45:53: also ich würde es mal verorten vor corona
00:45:56: genau die zeit von zwei dreizehn bis ne zwei zwanzig oder so.
00:45:59: dass waren ja jahrelang sowohl innerlich des standing hat es dir die berechtigung gegeben hast als auch Die verbindung zum gesamten team.
00:46:07: Ja das ist ja schrittweise mit einem nachm anderen sozusagen dann noch gebaut ist.
00:46:11: ja und wenn man einfach mal von drei fünf jahren ausgeht ist es glaube ich eine perspektive die viele wenn sie in etwas rein wachsen wollen unterschätzen weil vielleicht die erwartung ist das müsste ja in drei bis fünf monaten und bei so ungeduldigen geistern wie mir in drei, bis fünf wochen oder am liebsten drei bis fünft tagen erledigt sein.
00:46:27: aber zu wissen moment mal das kann eigentlich gar nicht so viel schneller funktionieren.
00:46:32: also so ein.
00:46:33: lang geführtes Unternehmen, wenn ich das übernehmen möchte und da reinwachsen will.
00:46:37: Da braucht es einfach auch diese Geduld.
00:46:40: ja und es braucht einfach auch dieser Zeit und diesen Vorlauf den nicht mehr ein Stück geben muss weil ich sonst natürlich immer wieder enttäuscht werde.
00:46:46: gerade war ja auch nicht mal alles perfekt läuft.
00:46:48: und das wäre noch meine Frage an dich gab's denn in diesem ganzen Übergang auch Fehler die du gemacht hast aus denen andere lernen könnten was würdest du im Rückblick heute ganz anders machen als du es getan hast?
00:46:59: Was waren so deine Erkenntnisse?
00:47:01: Es ist schwierig zu beantworten, auf jeden Fall die Frage.
00:47:04: Die Themen sind ja alle so eng auch miteinander verknüpft.
00:47:07: also das was ich vorhin gesagt habe dieses mir selber die Berechtigung zu geben zum Beispiel Dinge anzusprechen, Dinge einzufordern Das ist glaube ich etwas was ich... Was ich mir jetzt in der Rückschau wünschen würde was ich mir schneller zugetraut hätte gerne um vielleicht auch dadurch schneller aus dieser Tochter vom Chef-Ecke rauszukommen und zu sagen, ich habe eine eigene Meinung.
00:47:34: Und das auch zu zeigen.
00:47:36: Da müsste ich tatsächlich besser oder länger drüber nachdenken.
00:47:39: über die Frage.
00:47:40: Damit hast du mich jetzt kalter wischt!
00:47:43: Ja wir können es dir ein bisschen praktisch machen.
00:47:44: ja wenn also jemand selber gerade vor einer Übernahme steht gibt's so kleine Schritte oder Übungen die jemanden machen kann ganz praktisch um es einfach zu erleichtern.
00:47:54: Also was waren vielleicht auch so die Übungen oder die Ansatzpunkte oder die Gespräche, die dich unterstützt haben dabei da innerlich reifen zu können.
00:48:02: Ja was vielleicht ein Punkt wäre sich selber so wichtig nehmen dass man sagt hey ich brauche hier Unterstützung von außen also sprich in Coaching zum Beispiel ja?
00:48:12: Ich hatte bevor ich bei Hilton Wellys eingestiegen bin hatte ich im beruflichen Kontext einen Coaching das mir enorm geholfen hat wo wir wirklich... wirklich beruflich einfach Situationen durchgesprochen haben.
00:48:26: Und was ich glaube, hätte ich das nicht gehabt, hätt' ich auch bei Hitz und Wellys nicht so eine krasse Veränderung machen können, weil ich einfach Kürl dann nicht bereit gewesen wäre – auch mit der Unterstützung die man da hat
00:48:38: usw.,
00:48:39: also das Coaching hat mir auf jeden Fall sehr viel geholfen.
00:48:44: Ich denke, wenn man ein Unternehmen gerade einen Familienunternehmen übernimmt... von seinen Eltern ist es, glaube ich, also sehr wichtig wenn man professionelle Begleitung und Unterstützung hat.
00:48:58: Durch diese Zeit gerade weil Dennis im Familienkontext ist da müssen andere Sachen auch aufgearbeitet werden.
00:49:05: Da muss familiär auch was aufgearbeitete werden, also da geht ganz viel um Beziehungsebene als wenn ich einfach nur irgendwie keine Ahnung das Unternehmen auf der anderen Straßenseite kaufe und sage ja das gefällt mir und das kann ich mir vorstellen und das möchte ich jetzt leiten.
00:49:21: Im Familienkontext sind da ganz viele Emotionen unterwegs und das professionell begleitet zu bekommen, dass hätte ich früher machen sollen
00:49:28: Eine ganz, ganz wichtige Erkenntnis.
00:49:29: Dass man die Familie auch ein Stück mitnimmt dann und all das was man eben auch die Jahre davor in seiner Kindheit Jugendzeit und so miteinander erlebt hat dass man es ja nicht ausklammern kann nur wenn man jetzt beruflich vielleicht miteinander zu tun hat sondern diese Beziehungsebene die wirkt natürlich nach wie vor Und du hast eben auch gesagt Ja sich wirklich auch frei zu fühlen sich Unterstützung zu holen ist kein Zeichen von Schwäche Sondern eigentlich eher ein Zeichen Von Stärke.
00:49:52: Zu sagen.
00:49:52: ich mach Das Nicht Allein Sondern Ich Hol mir extern Jemand der drauf schaut Professionelle Unterstützung aber eben auch dieses Umfeld, diese Seilschaft in welchem Kontext auch immer die jetzt gegeben ist um da nicht alleine dann durchzugehen und sich damit nicht schlecht zu fühlen.
00:50:06: Gibt es noch so Übungen oder kleine Trainingsschritte Praktiken aus dem Training an den du dich erinnerst?
00:50:13: Die dir gut getan haben, die du heute noch mit in deinen Alltag übernimmst wo du bei Herausforderungen drauf zurückgreifen kannst, so kleine Tools wie du verraten magst?
00:50:21: Es passiert ganz viel unbewusst also... Es sind mir Dinge, also so wie zum Beispiel der Veränderungsprozess den wahrzunehmen und ein Stück weit zu begleiten.
00:50:34: Das ist in Fleisch und Blut übergegangen mittlerweile zu gucken okay was ist das dahinter liegende Bedürfnis?
00:50:41: Warum kommt derjenige jetzt mit einem Problem und wie befähige ich ihn dass er in Zukunft nicht mehr kommt?
00:50:49: Ja unter Umständen!
00:50:50: Also ja solche Sachen... Also das ist der Veränderungsprozess, jeden Tag an der Tagesordnung.
00:50:58: Jetzt
00:50:58: haben wir ja eine trainierende Grundhaltung auch miteinander erarbeitet.
00:51:02: deswegen noch eine persönliche Frage zum Schluss was möchtest du als nächstes für dich ganz persönlich trainieren und warum?
00:51:09: Also ich würde es mal damit formulieren ein bisschen mehr Spontanität in meinen Arbeitsalltag reinzukriegen um nicht immer erst mich auf Zahlen-Daten-Fakten zurückzuziehen und zu sagen, auf dessen Grundlage muss ich in der Entscheidung treffen.
00:51:24: Heißt nicht unbedingt, dass ich risikofreudiger wäre aber ein bisschen schneller in meinen Entscheidungen?
00:51:29: Ja sehr spannend!
00:51:30: Liebe Dörte, vielen Dank für deine offenen Antworten und dass du uns auch so persönlich hast an deinem Weg teilhaben lassen.
00:51:36: Alles Gute für dich Gottes Segen, für die Familie, den Pflegedienst und alles was noch vor dir liegt.
00:51:41: Danke Thomas, dir auch alles Gute und deiner Familie.
00:51:45: Das war der Hills & Valleys Leadership Podcast.
00:51:47: Vielen Dank fürs Zuhören und dir weiterhin alles Gute für deine aktuellen Führungsherausforderungen!
00:51:53: Wir freuen uns immer über Hörerfeedback sowie eine positive, wirklichst fünf Sterne-Bewertung in den verschiedenen Podcastkanälen.
00:52:00: Wenn du Interesse an einer Teilnahme an unserem christlichen, überkonfessionell ausgerichteten Leadership Training hast, bewirb dich über unsere Website hills-valleys.de.
00:52:10: Oder falls du jemanden kennst, für den das Programm spannend wäre, gibt doch den Link oder auch diesen Podcast gerne weiter.
00:52:17: Vielen Dank!
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